MBI und Unternehmensnachfolge

Der Verkauf an ein externes Management, ein sogenanntes Management buy-in (MBI), wird für viele Senior-Unternehmer relevant, sofern familien- oder betriebsintern kein geeigneter Nachfolgekandidat vorhanden ist. Der Erfolg dieser Nachfolgevariante hängt von diversen Parametern ab. Außerdem stehen externen Kaufinteressenten verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten zur Auswahl, welche sich auf die zukünftige Entwicklung des Unternehmens auswirken. Carl hat für Sie die wesentlichen Aspekte zusammengefasst.

Transaktionsstruktur

Üblicherweise sind bei der Übertragung von Geschäftsanteilen im Rahmen eines MBIs drei Finanzakteure involviert. Der Nachfolger/MBI-Kandidat bringt in jedem Falle Eigenkapital in den zu übernehmenden Betrieb ein. Die Höhe des eingesetzten Betrages hängt dabei einerseits von dessen individuellem, finanziellem Spielraum ab sowie andererseits von der Größe der zu tätigenden Investition. Entsprechend erwirbt der Nachfolgekandidat in manchen Fällen sämtliche Anteile in Gänze oder sichert sich durch eine Mehrheitsbeteiligung aktive Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb des Unternehmens. Externe Finanzinvestoren (z.B. aus dem Bereich Private Equity) sowie Kreditinstitute (z.B. regionale Banken) sind in diesem Prozess ebenfalls oftmals integriert. Deren Relevanz steigt mit zunehmender Größe des Investments. Sogenannte Search Funds unterstützen außerdem Kandidaten, die einerseits über die benötigten Kompetenzen verfügen aber andererseits noch kein passendes Unternehmen gefunden haben. Diese streben üblicherweise ein strukturiertes Wachstum des Unternehmens an und sind überwiegend im Bereich zwischen €5 Mio. und €25 Mio. Jahresumsatz atkiv. Ein cofinanziertes MBI ermöglicht dabei eine fokussierte Suche durch eine gesicherte Finanzierung im Verlaufe dieses Prozesses.

Erfolgsfaktoren

Entscheidend für den erfolgreichen Abschluss eines MBIs ist in erster Linie die Qualifikation des Managements. Dies betrifft sowohl interne Strukturen im Unternehmen, als auch die Kompetenzen des Nachfolgers. Außerdem ist ein plausibler Business-Plan unabdingbar, um eine strukturierte Übergabe zu ermöglichen. Von besonderem Interesse für Nachfolgekandidaten ist dabei in der Regel vor allem der prognostizierte Cash.Flow. Ein hoher Verschuldungsgrad oder beispielsweise erhöhter Investitionsbedarf (bei Sachgütern) sorgen entsprechend für eine verringerte Attraktivität der Investitionsmöglichkeit. Letztlich muss dem Nachfolger auch ein realistischer Kaufpreis angeboten werden und potentiell involvierten externen Investoren eine Option zum Wiederverkauf der Anteile (üblicherweise nach 5 bis 7 Jahren) in Aussicht gestellt werden.

Potenzielle Problemfelder

Unabdingbar für einen nahtlose Übertragung der Entscheidungsgewalten an einen externen Nachfolge ist eine softe Übergabe, bei der der Senior-Unternehmer den Prozess vorbereitet und auch in der Folge noch für einen gewissen Zeitraum im operativen Geschäft tätig ist. Nachfolger und Übergeber sollten also temporär zusammenarbeiten. Dies beugt potentiellen, internen Problemen vor, die in einem zu geringen Kenntnisstand des Nachfolgers über betriebsinterne Entscheidungswege und Abläufe bedingt sein können. Probleme können ebenfalls auftreten, wenn der MBI-Kandidat im Auswahlprozess nicht ausreichend auf fachliche und menschliche Eignung untersucht wurde. Unklarheiten und interne Konflikte können außerdem aufkommen, wenn kein konkreter Ablaufplan der Übergabe ausgearbeitet wurde oder dieser nicht eingehalten wird. Externe Berater aus dem Carl-Netzwerk unterstützen in diesem Prozess aktiv.